Kurz vorgestellt: Christian Ignorek (Listenplatz 12)

Christian Ignorek, unser Kandidat auf Listenplatz 12, gehört nicht zu den Menschen, die Gefahr laufen, sich oft zu langweilen. Neben seinem Studium und seiner Arbeit in der Geschäftsstelle der SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale) ist der 21-jährige der Torwart der ersten Mannschaft von Blau-Weiß Dölau und seit 2018 engagiertes Mitglied der SPD Halle-Neustadt.
Warum er sich entschieden hat, sich neben all diesen Aktivitäten nun um einen Sitz im Stadtrat von Halle zu bewerben, hat er mir im folgenden Gespräch erzählt:

Warum engagierst du dich in der SPD?

Zugegebener Maßen habe ich lange Zeit die SPD mit kritischen Augen beobachtet. Das lag vor allem daran, dass ich als Kind einer Arbeiterfamilie die Probleme der von SPD-Kanzler Schröder eingeführten Agenda 2010 hautnah zu spüren bekam. Die Entwertung der Lebensleistung war im Nachhinein betrachtet schockierend. So verband ich lange Zeit das Image Gerhard Schröders mit der SPD, obwohl dieser schon lange kein Kanzler mehr war. Als ich dann im Zuge meines Studiums 2017 ein Pflichtpraktikum absolvieren musste, war ich
lange unschlüssig, wo ich dieses machen sollte. Irgendwie sagte mir keine Partei, auch nach sorgfältigem Studium der einzelnen Wahlprogramme, zu. Einzig die SPD konnte mich zumindest teilweise überzeugen. „Aber Moment“, dachte ich, „die Partei der Arbeiter und Arbeiterinnen, über die bei Geburtstagen von keinem Familienmitglied nicht geschimpft wurde.“.

Allen Zweifeln zum Trotz schrieb ich dennoch eine Bewerbung für ein Praktikum im Stadtrat in Halle. Ich wollte mir ganz ungezwungen einen Einblick über den politischen Alltag verschaffen. Also absolvierte ich vom August bis Oktober 2017 mein Praktikum bei der SPD-Stadtratsfraktion. Einen bleibenden Eindruck hat dabei der direkte Kontakt mit Bürgern bei mir hinterlassen. Da wurde mir klar, hier kann ich etwas bewegen um das Leben von Menschen besser und gerechter zu machen, auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme.

So kam es, dass ich im November 2017 meinen Mitgliedsantrag ausfüllte und seit Januar 2018 Genosse in der SPD bin. Seitdem habe ich beispielsweise die Teilnahme der SPD-Fraktion am Fahrradfahren für krebskranke Kinder und am Hallianz-Spendenlauf organisiert und selbst teilgenommen. Auch der ständige Kontakt mit den Hallenserinnen und Hallenser an unseren monatlichen Infoständen macht mir großen Spaß und widerspricht dem Klischee, dass man uns nur bei Wahlen sehen würde. Kurzum, die Entscheidung der ältesten Partei Deutschlands beizutreten, hat sich als goldrichtig herausgestellt. Auch wenn ich nun bei meinen Freunden, im Fußballverein und bei der Familie öfters das politische Tagesgeschehen erklären und kommentieren muss, als es mir manchmal lieb ist.

Was möchtest du im Stadtrat für Halle-Neustadt erreichen?

Zum Einen möchte ich den Sport in Halle stärken. Halle war und ist eine Sportstadt. Damit dies so bleibt muss aber noch viel getan werden. Die Eingriffsmöglichkeiten der Stadt sind auf den Breitensport begrenzt. Unsere Aufgabe sollte es daher sein, diesen noch stärker zu fördern, da er das Fundament des Leistungssports darstellt. Neben der gesundheitlichen Förderung bringt der Sport Menschen aus allen Lebenslagen zusammen. Vor allem vermittelt er den Teilnehmenden Werte wie Ehrgeiz, Zusammenhalt und Fairness, die in anderen Lebensbereichen leider zu kurz kommen. Ich möchte vor allem dafür kämpfen, dass der Sport kein Luxusgut wird. Deshalb setze ich mich für eine höhere und gezieltere Sportförderung an Vereine ein, die sich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen widmen.

Daran anknüpfend muss vor allem das Ehrenamt die Würdigung bekommen, die es verdient. Deshalb werde ich in den nächsten Jahren für die Einführung eines Ehrenamtspreises einstehen. Es gibt so viele tolle Geschichten die beispielsweise hinter der Fassade des Platzwartes stecken. Daneben müssen vor allem Projekte zur Förderung der Jugendkultur ausgebaut und stärker gefördert werden. Dafür gibt es schon einige positive Beispiele, wie das AWO-Dornröschen oder das Frösche-Fußballcamp. Bei allem was man im Moment über die großen finanziellen Schwierigkeiten der Stadt liest, darf nicht an den falschen Stellen gespart und der Rotstift angesetzt werden.

Was ist dein Lieblingsort in Halle-Neustadt?

Da fällt mir sofort das Stadion am Bildungszentrum ein, klar das Fußballstadion. Aber damit verbinde ich eine ganz persönliche Erfahrung. Im Winter 2011 waren unsere Plätze am Sandanger nicht bespielbar und der alte Kabinentrakt nicht nutzbar. Daraufhin durften wir auf dem Gelände des FC Halle-Neustadt trainieren, die uns ihren neuen Kunstrasen zur Verfügung stellten. Für die Verantwortlichen des FC Halle-Neustadt war es selbstverständlich, uns in dieser Lage zu helfen. Das hat mich im Nachhinein sehr beeindruckt. Alles wurde perfekt für uns junge Kicker hergerichtet, wären da nicht unsere Trainer gewesen, die die Bälle vergessen hatten, sodass unsere erste Einheit auf dem schönen Platz ohne Bälle stattfinden musste.

„Wir leben Halle“ – mit diesem Motto zieht die SPD in den Wahlkampf. Was verbindest du persönlich mit diesem Motto?

Von meinen 21 Lebensjahren habe ich die letzten 9 in Halle verbracht. Damit kann ich gut und gerne behaupten das Halle meine zweite Heimat geworden ist. Mit dem Motto „Wir leben Halle“ verbinde ich die alltäglichen kleinen Dinge, die Halle zu etwas Großem machen. Wenn beispielsweise einer meiner besten Freunde über seine neue Ausbildung als Notfallsanitäter spricht und ich ihm wenige Tage später in einem vorbeifahrenden Krankenwagen erkenne. Oder wenn ich auf Arbeit als Studentischer Mitarbeiter bei der SPD-Fraktion etwas mit der Verwaltung klären muss und auf der anderen Seite des Hörers mein Torhüterkollege von Blau-Weiß Dölau abnimmt. Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, aber die Grundaussage bleibt die gleiche. In Halle treffen die unterschiedlichsten Menschen mit verschiedensten Interessen und auch Problemen aufeinander. Wenn man seinem Nächsten offen, aufgeschlossen und tolerant gegenübertritt, bekommt man ein Gefühl dafür, was diese Stadt vor allem ausmacht, nämlich die Menschen die in ihr wohnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s