Sommer, Sonne, Weihnachtsmarkt – Was macht eigentlich der Weihnachtsmarktbeirat?

 

Das Thermometer zeigte heute Mittag Temperaturen jenseits der 30 Grad, die Sonne schien und der Himmel war blau. Was lag da näher als die Planung des halleschen Weihnachtsmarktes voranzubringen? Wie jedes Jahr trat nämlich der Beirat für unseren Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr bereits Anfang Juli zusammen. Warum er das immer wieder in dieser ganz und gar unweihnachtlichen Zeit tut und was der Beirat für eine Aufgabe hat, möchte ich hier erklären.

Der Weihnachtsmarkt – Ein etwas anderes Gremium

Der Beirat für den halleschen Weihnachtsmarkt ist kein klassisches Gremium des Stadtrates. Anders als bei den normalen Ausschüssen des Rates liegt die Besonderheit hier bereits in der Zusammensetzung der Menschen, die sich am Tisch gegenüber sitzen. Wo sonst Stadtverwaltung und die Mitglieder der Fraktionen des Stadtrates diskutieren, wird es beim Weihnachtsmarktbeirat wesentlich bunter. Neben den klassischen Akteuren in der Kommunalpolitik wird der Beirat auch mit Experten auf dem Bereich des Marktwesens besetzt. Mitglieder sind so zum Beispiel auch Vertreter der halleschen Citygemeinschaft, der Industrie- und Handelskammer, des Verbandes der Schausteller und des Verbandes der Markthändler. Im Beirat hat jede Fraktion und jeder Verband eine Stimme. Knappe Abstimmungen sind aber eher selten. In der Regel fallen die Entscheidungen des Beirates einmütig aus.

Die Arbeit des Weihnachtsmarktbeirates

Aber arbeitet der Beirat eigentlich? Der Weihnachtsmarkt ist ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit in Halle. Auch die Tatsache, dass er jedes Jahr auf dem Marktplatz stattfindet, ist gesetzt. Damit enden aber auch schon die Vorgaben. Gerade für die Dinge, die den Weihnachtsmarkt ausmachen, die vielen unterschiedlichen Buden zwischen Ratshof und Marktkirche, trägt der Beirat Verantwortung. Bereits im März eines jeden Jahres schreibt die Stadt die Stellflächen auf dem Weihnachtsmarkt aus. Die Ausschreibung läuft bis Ende April und erfreut sich einer großen Nachfrage. Allein in diesem Jahr haben sich mehr als 130 Schaustellerinnen und Schausteller sowie Händlerinnen und Händler um einen Stellplatz auf dem halleschen Weihnachtsmarkt beworben. Bis Ende Juni erarbeitet die Verwaltung dann eine Übersicht über die verschiedenen Bewerberinnen und Bewerber, die Gestaltung der Buden, die angebotenen Waren, die Größe der Stände und die Zahl der Jahre, die der jeweilige Stand schon am halleschen Weihnachtsmarkt teilgenommen hat. In die Übersicht fließen außerdem sowohl die Publikums- als auch die Jurybewertungen des jeweils letzten Wettbewerbs um den Titel der schönsten Weihnachtsmarktbude ein.

In der Regel gibt es vor allem bei den Angeboten für Essen und Getränke mehr Bewerbungen als zur Verfügung stehende Plätze auf dem Weihnachtsmarkt. An dieser Stelle kommt der Beirat ins Spiel. Er muss entscheiden, welchen Bewerbungen der Zuschlag erteilt wird und welche Stände sich nicht auf dem Weihnachtsmarkt wiederfinden werden. Bei der Bewertung und Auswahl der Buden, die sich in diesem Jahr zwischen dem 27. November und dem 23. Dezember auf dem Marktplatz den Bürgerinnen und Bürgern und Gästen der Stadt präsentieren dürfen, spielen für mich vor allem die weihnachtliche Gestaltung, das Angebot und die Tradition der Stände eine Rolle.

Außerdem stellt sich jedes Jahr die erneute Frage, wie die einzelnen Angebote so auszuwählen und anzuordnen sind, dass die Menschen sich gut über den Weihnachtsmarkt bewegen können, aber trotzdem Orte zu Verweilen entstehen und jede Besucherin und jeder Besucher möglichst auf seine Kosten kommt. Diese Abwägung ist hier immer ein besonderer Spagat, weil die Geschmäcker sehr verschieden sind. Natürlich gehören Glühweinbuden, Süßwaren und Imbisse zum Weihnachtsmarkt. Die Schlangen vor den einzelnen Geschäften geben dieser Annahme recht. Aber Speis und Trank allein sorgen noch nicht für Besinnlichkeit. Gerade die weihnachtstypischen Sortimente machen den Weihnachtsmarkt weihnachtlich. Das Kunsthandwerk ist für mich dabei ein unverzichtbarer Bestandteil. Genauso ist es wichtig, dass gerade für die Kinder, die den Weihnachtsmarkt mit ihren Eltern besuchen, altersgerechte Fahrgeschäfte vorhanden sind.

Ein Jahr Vorbereitung für 27 Tage Weihnachtsmarkt

Es ist eine besondere Herausforderung, sich diesen Fragen in einer Zeit zu stellen, in der an die besinnliche Jahreszeit nicht zu denken ist. Wenn ich erzähle, dass ich im Weihnachtsmarktbeirat sitze, sorgt das meist zumindest für ein breites Grinsen. Der Weihnachtsmarkt ist selbstverständlich, er ist immer da und es ist auch nicht daran zu denken, dass es ihn irgendwann mal nicht mehr geben könnte. Auch ich konnte mir am Anfang nicht wirklich viel unter der Arbeit eines solchen Beirates vorstellen. Meine Skepsis ist aber nach mehreren Jahren Mitarbeit in dem Gremium einem großen Respekt für die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewichen. Erst durch ihre ganzjährige Arbeit im Hintergrund tragen sie dafür Sorge, dass der hallesche Weihnachtsmarkt während seiner 27 Öffnungstage ein so großartiger Menschenmagnet in der Adventszeit ist. Ich freue mich, dass ich als Mitglied im Beirat einen kleinen Beitrag dazu leisten kann – auch, wenn es mir schwer fällt, im Hochsommer an Weihnachten zu denken.

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